Begeisternde Begleiterin

Begeisternde Begleiterin

Mit den sogenannten "Begleitmaßnahmen" hat Doris Henkel einen Arbeitsbereich gefunden, der richtig gut zu ihr passt. Mit großer Leidenschaft plant sie dafür Angebote, die der persönlichen und fachlichen Bildung dienen. Besonders die Kunstwerkstatt der NRD in Mühltal liegt ihr am Herzen. Seit über 11 Jahren bietet sie dort Kurse an.

In Erzhausen ist sie geboren, in Arheilgen aufgewachsen, in Darmstadt hat sie studiert, mit ihrer Familie lebt sie in Kranichstein und sie arbeitet in der NRD. „Ich bin nicht weit gekommen“, so fasst Doris Henkel ihren geografischen Lebensweg zusammen. Ihre Entwicklung zeigt, dass man es auch auf kurzen Wegen weit bringen und den eigenen Horizont ständig erweitern kann. Doris Henkel, zuständig für die berufsbegleitenden Maßnahmen von Beschäftigten der Mühltalwerkstatt und Vertrauensperson des Werkstattrates, feiert im August ihr 20-jähriges Dienstjubiläum.

Nach zwei Semestern hat sie einst ihr Soziologiestudium an der TU Darmstadt an den Nagel gehängt – „Es war interessant, mir aber zu theoretisch“ – und wechselte an die Evangelische Hochschule, um Sozialpädagogik zu studieren. Gegen Ende verbrachte sie dabei viel Zeit im Gefängnis, denn Strafvollzug war ein Schwerpunkt ihres Studiums und ihre Diplomarbeit befasste sich mit „Drogenabhängigkeit im geschlossenen Vollzug“. Dauerhaft hinter Gittern zu arbeiten, erschien Doris Henkel dann aber doch nicht das Richtige. Sie entschied sich, in einer Jugendwohngruppe beim Verein für Jugend und Gesellschaft tätig zu werden. Sieben Jahre später, während der Familienphase, passte sie sich beruflich den Bedürfnissen ihrer beiden Söhne an, die heute 32 und 29 Jahre alt sind. Sie gab Mutter-Kind-Kurse in der Familienbildungsstätte Oettinger-Villa und betreute Vor-und Grundschulkinder an der Erich- Kästner-Schule im sozialen Brennpunkt Kranichstein. Gleichzeitig machte sie eine Ausbildung zur Spiel- und Theaterpädagogin in Frankfurt und eine Zusatzausbildung in Psychomotorik. „Ich lerne gern“, begründet sie diese Entscheidung, „und mir war aufgefallen, dass schon viele kleine Kinder Bewegungsprobleme haben“.

1997 suchte die NRD per Zeitungsannonce nach einem neuen Team, das ein Konzept für das erste Autistenhaus der NRD auf die Beine stellen würde. Doris Henkel wurde eingestellt und verbrachte in der Autistenbetreuung drei spannende Jahre, die sie mit dem Studium der Heil-und Sonderpädagogik in Frankfurt verband. „Es war ja ziemliches Neuland, was wir da betraten, und ich hatte das Gefühl, mir fehlt hier noch spezielles sonderpädagogisches Wissen.“ Die Abschlussprüfung schenkte sie sich, „darauf kam es mir nicht an“. Zunehmend stellte sich jedoch die Erkenntnis ein: „Begleitung von Menschen mit Autismus ist auf Dauer nichts für mich.“

Wer die kommunikative, fröhliche, vor Ideen sprudelnde Doris Henkel kennt, versteht sofort, dass die im Jahr 2000 in der neu eröffneten Mühltalwerkstatt 2 ausgeschriebene Stelle „Begleitmaßnahmen“ für sie genau das Richtige war. Während sie von 2000 bis 2004 in der Fachschule für Heilerziehungspflege, die damals noch von der NRD selbst auf dem Zentralgelände betrieben wurde, Heil-, Sonder- und Spielpädagogik unterrichtete, stürzte sie sich mit Leidenschaft in die Gestaltung der Angebote, die die Arbeit in der Werkstatt begleiten und - wie die Arbeit selbst - auch der persönlichen und fachlichen Bildung dienen sollen. Das Spektrum der von ihr angebotenen Begleitmaßnahmen (wer hat diesen schrecklichen Begriff erfunden?) ist groß und reicht von Entspannung über Bewegung, Sport, Musik, kreatives Gestalten und Englisch bis zur gesunden Ernährung und Selbstbehauptungstraining. „Wir richten uns natürlich nach den Interessen der Beschäftigten“, erklärt Doris Henkel, „aber es gilt, Dinge so interessant zu gestalten, dass die Leute Lust haben, etwas Neues zu probieren und dabei vielleicht Fähigkeiten zu entdecken, die sie noch gar nicht kannten.“

Hier erweist sich vor allem der kreative Bereich als große Schatzkammer. Und Doris Henkel, selbst sehr an Kunst interessiert und von Anfang an für das Malen als Begleitangebot zuständig, freute sich sehr über den Wunsch von Alfons Weckesser, dem Leiter der Mühltaler Tagesstätten, Freizeit- und Seniorenangebote für Klienten der Tagesstätte zu machen und sich dabei vorwiegend um Kunst zu kümmern. Damit rannte er offene Türen ein bei Doris Henkel, die mit vielen KünstlerInnen aus der NRD unser Unternehmen schon seit 17 Jahren bei der Kunstausstellung „behindArt“ vertritt.

Doris Henkel fördert in der NRD viele Schätze und gibt Menschen den Raum, sich als KünstlerInnen zu entfalten. Das ist eines ihrer besonderen Verdienste – neben der Organisations- und Gestaltungsarbeit, die sie in enger Zusammenarbeit mit den Beschäftigten für die Feste und Feiern der Werkstatt leistet. Schön war die Zeit, als sie dies zusammen mit Gabriele Caine tun konnte, die inzwischen im Ruhestand ist. Aber Doris Henkel schafft es in ihrer wunderbaren Art auch weiterhin, festliche Feuerwerke zu zünden, die uns alle begeistern.                                          

 
  • Inklusion...

    ...bedeutet für mich, dass man alle Menschen wieder mehr zusammenführt. Wenn alle aufmerksam und hilfsbereit miteinander umgehen, dann geht es allen auch seelisch besser. 

    Inklusion...
    Virginia Dindore
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