Singend über die Weltmeere

Singend über die Weltmeere

280 Kolleginnen betreut die Personalfachkauffrau Magdalena Hermann derzeit im Personalmanagement der NRD.  In ihrer Freizeit widmet sie sich dem Gesang, der eigentlich auch ihr Hauptberuf sein könnte und dank dem sie ihren Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff verbringen kann.

„Musik verbindet uns mit unsichtbaren Fäden.“ Dieses Zitat der englischen Schauspielerin Pamela Brown hat Magdalena Hermann als Motto für ihre Website (www.magdahermann.de) gewählt. Dass sie mit ihrer Stimme viele Menschen glücklich machen werde, wurde ihr schon als Kind von ihrer Großmutter vorausgesagt. Und ihren Herzenswunsch – die ganze Welt zu sehen – kann sich die Kollegin dank ihrer Stimme erfüllen: Ihre Urlaube verbringt sie singend auf Kreuzfahrtschiffen.

Seit 2014 gehört Magdalena Hermann zur NRD. 2012 hatte sie in der Verwaltung der Behindertenhilfe Dieburg und Umgebung e. V. die Personalabteilung übernommen und mit ihren sieben KollegInnen in der Verwaltung alles getan, um die Insolvenz des Vereins gut zu überstehen: „Das war eine schwere Zeit, aber wir haben toll zusammengearbeitet. Jeder hat jeden unterstützt, sonst hätten wir es nicht geschafft“, sagt sie. Die NRD hat den Verein im Jahr 2014 übernommen.

Im Personalmanagement der NRD ist die 54 Jahre alte Personalfachkauffrau heute für Betreuung von rund 280 KollegInnen in der Verwaltung, im Reinigungsservice, im Kaufmännischen Ausbildungsbereich und der Wichernschule zuständig: „Mir macht die Arbeit Spaß. Ich bin gut aufgenommen worden und es ist ein herzliches Miteinander.“

In ihrer Freizeit widmet sich die Mutter von zwei Töchtern, die auch schon Großmutter ist, gerne dem Gesang, der eigentlich auch ihr Hauptberuf hätte werden können. Als Tochter von sogenannten Russland- Deutschen („Ich hasse diesen Ausdruck!“) ist Magdalena Hermann 1961 in Usbekistan, Zentralasien, geboren. Dorthin, in die Nähe der Hauptstadt Taschkent, war die Familie, die zur Zeit Katharinas der Großen von Stuttgart in die Ukraine umgesiedelt war, im 2. Weltkrieg deportiert worden – die Rache Stalins für Hitlers Angriff auf die Sowjetunion 1941. „Meine Eltern und Großeltern, die damals im russischen Rostow am Don lebten, mussten alles zurücklassen und wurden in Viehwagons verfrachtet. Herausgelassen wurden sie in der kasachischen Steppe in Mittelasien, dort mussten sie sich völlig mittellos ein neues Leben aufbauen.“

In nächster Nähe verlief die Seidenstraße, die ab 100 v. Chr. bis zum 13. Jahrhundert nicht nur Stoffe und Gewürze, sondern auch Religion und Kultur zwischen Ostasien und dem Mittelmeer hin und her transportierte. „Das macht mich stolz und hat mein Interesse an der Weltgeschichte mitgeprägt“, sagt Magdalena Hermann, „irgendwann werde ich noch einmal dorthin fahren und ein Stück der alten Seidenstraße bereisen. Vielleicht erst als Rentnerin.“

Vorher wird es vermutlich aus Zeitgründen auch gar nicht klappen. Denn das Singen beschäftigt Magdalena Hermann nicht nur im Urlaub. Die Sopranistin gibt Konzerte mit unterschiedlichen Programmen: Lieder aus Oper, Operette, Musical und Film, meist zusammen mit der Pianistin Elena Eurich, die in Kranichstein lebt und als Klavierpädagogin und Konzertpianistin ihr Geld verdient. Zuletzt sind die beiden mit einem Weihnachtskonzert im Heimatmuseum Neu-Isenburg aufgetreten, mit einem Programm aus Liedern, Gedichten, kurzen Texten und Klavierstücken: „Es war sehr schön, das Publikum war so begeistert, dass wir sofort für 2016 wieder gebucht wurden“.

Der nächste Auftritt ist am Sonntag, 24. April, im Kulturzentrum „Glöckelchen“, Groß-Zimmern. Dort werden die beiden Künstlerinnen mit Liebesliedern verschiedenster Genres unter dem Motto „Komm, Casanova, küss mich...!“ auftreten.

Dass sie trotz ihrer außerordentlichen Begabung, ihrer qualifizierten Ausbildung und vieler Erfolge den Gesang nicht zum Hauptberuf machen konnte, nimmt sie hin als ihr Schicksal. Nach der Studienzeit in Usbekistan, die sie als Beste im Fachbereich „Klassischer Gesang“ absolvierte, war sie bereits für ein Aufbaustudium am Konservatorium in St. Petersburg nominiert. Doch es wartete ein anderes Glück auf sie: Sie lernte ihren Mann kennen, bekam zwei Kinder und konnte 1988 nach Deutschland ausreisen, wo ihre Eltern und die Großmutter kurz zuvor schon angekommen waren.

„Als Kind habe ich immer am liebsten Schiffe gemalt. Warum, das habe ich erst sehr viel später verstanden“, erzählt sie. „1999 habe ich auf eine Empfehlung hin zum ersten Mal eine Schiffsreise als Sängerin begleitet, und mein Herz brannte sofort dafür.“ Mit dem Bonner Veranstalter „Phoenix Reisen GmbH“ bereist sie seitdem in ihrem Urlaub die Weltmeere zwischen Antarktis und Nordpol, Australien und Lateinamerika: „Ich muss ein einstündiges Programm vorbereiten und einmal pro Woche auftreten, das ist alles. Jedes Mal, wenn ich an Bord gehe, verneige ich mich und bin dankbar, dass ich das Privileg habe, so etwas Schönes zu erleben.“

 
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    Rudi Cerne,
    TV-Moderator und Aktion Mensch-Botschafter
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